Masterarbeit: Case Study bei einer Kölner Digitalagentur

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Disclaimer: Aus Vertraulichkeitsgründen bleibt das untersuchte Unternehmen in dieser Case Study anonym.

AI-Empowerment durch das „UPskill"-Framework

Future Skills in der Zusammenarbeit mit KI trainieren, statt das Gefühl haben den Anschluss zu verlieren.

Rolle

Product & Service Designer ·
End-to-End

Zeitraum & Kontext

Masterarbeit 2025 ·
Forschung im Unternehmen

Tools

Figma · Miro · ChatGPT · Adobe Illustrator · Adobe InDesign

Upskill – Framework Preview

UPskill-Elemente: Digitales Interface, Whiteboard-Brett und Rollenkarten

01 — Kontext

KI verändert nicht nur Arbeitsweisen, sondern das Kompetenz-Spektrum von Digitalagenturen und dessen Mitarbeitenden. KI-Schulungen trainieren Tool-Kompetenzen, aber meistens nicht das, was langfristig zählt: die Schlüsselkompetenzen, in diesem Kontext auch „Future Skills" genannt.

„Der eigentliche Wert kreativer Arbeit liegt nicht mehr im 'Klicken' oder 'Prompten', sondern im menschlichen Geschmack."

— KI-Expertin und KI-Schulung Beauftragte

„Was ist unsere gesellschaftliche Verantwortung? Wir müssen kritisch hinterfragen, was man verantworten kann."

— Geschäftsführer Digitalagentur

02 — Drei zentrale Hypothesen

These 01 · Der Kompetenzwandel

KI übernimmt zunehmend kognitive Routineaufgaben.

Was an Relevanz gewinnt, sind Fähigkeiten, die sich nicht automatisieren lassen: Urteilsvermögen, Kontextsensibilität, ethische Einschätzung.

These 02 · Die Lücke im Training

Bestehende KI-Schulungen optimieren Effizienz und Tool-Kompetenz.

Die Future Skills, die für eine verantwortungsvolle Zusammenarbeit mit KI entscheidend sind, trainiert niemand.

These 03 · Die Verantwortung

Designer:innen übernehmen gesellschaftliche Mitverantwortung.

Auf diese Rolle werden sie kaum vorbereitet.


03 — Forschung im Unternehmen

Neugier ist da. Orientierung fehlt. Austausch findet nicht statt.

67%

wollen bei KI-Themen nicht den Anschluss verlieren.

2/3

sagen: der kritische Austausch über KI kommt zu kurz.

50%

blicken eher pessimistisch auf die Auswirkungen von KI.

Die Lücke ist kein fehlendes KI-Wissen. Es fehlt das Format.

„Die Organisation muss weniger selbst als Wissensvermittler auftreten, sondern vielmehr als Enabler, der Strukturen und Räume schafft."

— KI-Expertin

„Wie verlerne ich nicht zu denken? Sonst werden wir Fachidioten, die nur noch prompten."

— Geschäftsführer

04 — Zielgruppe

Für alle, die mit KI arbeiten – egal ob täglich oder noch gar nicht.

Hohe KI-Affinität

KI ist schon tief im Arbeitsalltag verankert.

Diese Gruppe nutzt Upskill, um Erfahrungswerte zu teilen, Perspektiven sichtbar zu machen und Future Skills aktiv anzuwenden.

Wenig KI-Erfahrung

Noch am Anfang – aber neugierig.

Das Format macht bewusst, welche Fragen im Umgang mit KI relevant sind – ohne Vorwissen vorauszusetzen. Gleichzeitig wird die Neugier für die Technologie gefördert.

06 — Drei Entscheidungen

Drei Entscheidungen, die Upskill geformt haben.

Rollenmatrix

Entscheidung 01

Eine Rolle einnehmen – eine Kompetenz trainieren.

Upskill basiert auf dem Prinzip, dass Kompetenzen durch aktives Anwenden entstehen. Upskill macht sie im Tun erfahrbar.

Durch das Rollenspiel lernen Teilnehmende, verschiedene „Brillen" aufzusetzen und andere Sichtweisen zu vertreten.

KI als Game Master

Entscheidung 02

KI als Game Master – Kontrolle bleibt beim Menschen.

Sie generiert Themenkarten, weist Rollen zu, stellt Fragen entlang der Spieldramaturgie und passt sich in Echtzeit an das Feedback der Spielenden an. Das macht jede Session einmalig – kein statischer Fragenkatalog könnte auf ein spezifisches Thema und eine bestimmte Gruppe eingehen.

Die Kontrolle bleibt dabei beim Menschen: Jede KI-Ausgabe ist editierbar, jede Rolle kann getauscht werden. KI liefert den Impuls – der Austausch entsteht im Raum.

Analoges Spielerlebnis

Entscheidung 03

Digital der Impuls, analog der Lernmoment.

Das Spielerlebnis ist bewusst hybrid: Das Interface steuert Ablauf, Fragen und KI-Interaktion. Der eigentliche Lernmoment entsteht jedoch im physischen Raum – durch echten Austausch in kleinen Gruppen von 2 bis 4 Personen. Physische Rollenkarten und ein Whiteboard-Brett geben dem Gespräch eine greifbare Struktur, auf der sich Ideen ablegen und sichtbar machen lassen.

Digital liefert die Impulse, analog verankert sie. Genau diese Kombination schafft den Raum für persönlichen Austausch und gemeinsames Lernen.

05 — Wendepunkt

Upskill ist kein Tool-Training.

× Kein Tool-Training

Bestehende Formate trainieren Effizienz. Upskill trainiert das Gegenteil: Kreativität, Empathie, Urteilsvermögen – Fähigkeiten, die sich nicht automatisieren lassen.

× Kein Einzelformat

KI wird im Agenturalltag fast ausschließlich solo genutzt. Upskill dreht das um – es lebt von der Reibung zwischen Perspektiven.

× Kein Compliance-Pflichtmodul

Ethische Reflexion lässt sich nicht in Schulungen verankern. Upskill schafft Raum für echte Auseinandersetzung, nicht für Wissensvermittlung von oben.

07 — Die Lösung

Drei Phasen. Acht Rollen. Ein Gespräch, das im Agenturalltag sonst nicht stattfindet.

Kernmoment

UPskill lässt sich an bestehende Formate koppeln, einbetten und skalieren

Das Framework lässt sich an bestehende KI-Compliance-Schulungen und Software-Trainings koppeln – und ergänzt, was dort fehlt. Es fügt sich in Projekt-Kick-offs, Workshop-Blöcke und Austauschformate ein, ohne neue Strukturen zu fordern.

Spielablauf

Was Upskill ermöglicht

Safe Space für Austausch KI-Wandel aus verschiedenen Perspektiven betrachten Wünschenswerte Zukünfte entwerfen Ideen in Handlungen übersetzen

Die 3 Spielphasen

Die 3 Spielphasen

01

Challenge

Perspektiven einnehmen, Annahmen hinterfragen.

Was nehmen wir für selbstverständlich – und was, wenn wir falsch liegen?

02

Imagine

Wünschenswerte Zukünfte entwerfen, Szenarien denken.

Wie könnte es aussehen, wenn es gut läuft?

03

Shape

Transfer: Ideen in konkrete nächste Schritte übersetzen.

Was ändert sich ab morgen?

Die 8 Rollenkarten

Hover zum Aufdecken

Critical Challenger – Rollenkarte Vorderseite
Critical Challenger – Rollenkarte Rückseite
Ethics Guardian – Rollenkarte Vorderseite
Ethics Guardian – Rollenkarte Rückseite
Empathy Amplifier – Rollenkarte Vorderseite
Empathy Amplifier – Rollenkarte Rückseite
Sense Maker – Rollenkarte Vorderseite
Sense Maker – Rollenkarte Rückseite
Systemic Weaver – Rollenkarte Vorderseite
Systemic Weaver – Rollenkarte Rückseite
Ambiguity Navigator – Rollenkarte Vorderseite
Ambiguity Navigator – Rollenkarte Rückseite
Resilience Coach – Rollenkarte Vorderseite
Resilience Coach – Rollenkarte Rückseite
Creativity Catalyst – Rollenkarte Vorderseite
Creativity Catalyst – Rollenkarte Rückseite

Community Library

Der Content-Pool wächst aus der Organisation selbst heraus.

Teilnehmende können eigene Themenkarten generieren – die KI baut aus freier Texteingabe einen Titel, ein Spannungsfeld und einen Conversation Starter.

08 — Prozess

Usability-Test: Der Mehrwert ist greifbar, die Spielmechanik noch nicht.

Problem Lösung
Unklar, was einen hier erwartetOnboarding mit Spielziel, Ablauf und Rollenlogik
Keine Hinweise darauf, aus der eigenen Rolle heraus zu argumentierenExpliziter Hinweis zu Beginn jeder Runde
Wann ist das Spiel zu Ende?Definiertes Ende + KI-generierte Abschluss-Zusammenfassung
Zu viele Einstellungen während des SpielsPersonalisierung vor Spielbeginn, als Default speicherbar
Zeithorizont-Regler wirkte verwirrendDramaturgie übernimmt das – kein manueller Regler mehr
Kein Orientierungspunkt im SpielverlaufTimeline-Balken mit Phasen-Indikator, farblich kodiert

Von Low-Fi zu High-Fi Prototyp

Nachher – High-Fidelity Prototyp
Vorher – Low-Fidelity Wireframe
Vorher Nachher

User Flow

Ein Onboarding, das in direkten Austausch leitet und ein Abschluss, das im Alltag hängen bleibt.

User Flow Diagramm

Design System

Das Design von Upskill ist reduziert und warm. Weiche Farbverläufe in Violett, Apricot und Creme, abgerundete Formen, großzügige Weißräume. Das Kartenprinzip und lineare Illustrationen greifen die Logik analoger Spiele auf. Ziel: Komplexität reduzieren, Teilnahme einladen.

Design System Upskill

10 — Service Blueprint

Wenn digitales Produkt und physischer Raum zusammenwirken, entsteht ein neues Format.

Der Service Blueprint zeigt, wo KI greift, wo der Mensch übernimmt und wo der physische Raum den digitalen Impuls verankert.

Service Blueprint Upskill

11 — Erfolgsmessung

Future Skills lassen sich nicht direkt messen – aber ihre Wirkung ist beobachtbar.

Direkte Metriken · Nutzungsverhalten

Mitmachquote · Interaktionsrate · Retention Rate

Wie viele Personen starten ein Spiel? Wie aktiv engagieren sie sich? Kehren sie zurück? Diese Werte zeigen, ob Upskill in den Agenturalltag integriert wird – oder ob es beim Ausprobieren bleibt.

Qualitativ

Transfer in den Alltag

Sprechen Teams nach einer Upskill-Runde anders über KI-Projekte? Stellen Designer:innen beim Kunden Fragen, die sie ohne Upskill nicht gestellt hätten? Das lässt sich nicht im Dashboard ablesen – es zeigt sich in Feedbackgesprächen und veränderten Meeting-Dynamiken.

Langfristig

Ethische Fragen aktiv einbeziehen

Trägt Upskill dazu bei, dass Agenturen ethische Fragen im Umgang mit KI aktiv in ihre Arbeit einbeziehen – nicht nur als Compliance-Aufgabe, sondern als Haltung?

Der Prototyp

Link zum Prototyp →

12 — Learnings & Ausblick

Drei Dinge, die beim nächsten Mal anders aussehen würden.

1

Physisch testen, bevor digital gebaut wird. Die physischen Rollenkarten und das Whiteboard-Brett waren der stärkste Teil des Spiels – und wurden zuletzt entwickelt. Beim nächsten Mal: dort anfangen.

2

Den Business Case früher formulieren. „Spielzeit in der Arbeitszeit" ist eine reale Hürde in einer Agentur, die Stunden abrechnet. Die Frage, was Nicht-Handeln kostet, hätte früher ins Konzept eingebaut werden sollen.

3

Mehr Iterationsrunden, andere Teams. Der Test lief mit zwei Kolleg:innen aus dem Experience Design. Stärker wird das Konzept durch Spielrunden mit verschiedenen Gewerken, Hierarchieebenen, Agenturen – unter Bedingungen, in denen die Rollen-Reibung maximal ist.